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a) Tei/orte links der A/b:

 

Albert: Ersterwahnunq 1347 als "Albhart" = Laubwald an der Alb. EinfluBbereich des
Stiftes Sackinqen. Niedergerichtlich bis 1806 zur Stadt Laufenburg gehiirig
, ab 1809
zur Vogtei Schachen. Lohnender Rheinblick. Am Westrand des Dorfes uber Schlucht
des Hauensteiner MOhlbachs die 27 m hohe EisenbahnbrOcke von 1856 als techni-
sches Denkmal. Wenige Schritte westlich auf einem Gneisfelsen Ober dem Rhein die
Burgruine Hauenstein mit Josefskapelle.

 

Schachen: im NW uber Albert, erstmals 1306 beurkundet als "Schache" (= isoliertes
kleines WaldstOck). Auf dem riBeiszeitlichen EinigsbOhl wurden jahrlich die Einungs-
meister der Einung Hochsal gewahlt; heute Sandgrube. Nagelschmied Fridolin ROde
("Salpeterfridli") war i
.r:n 19. Jh. der "Salpetererpfarrer" der von GroBherzogtum und
Kirche distanzierten "Agidler" (s
. Birkingen!). Vogtrechte bis 1803 bei den Zweyer von
Evenbach; Niedergerichtsbarkeit beim Waldvogt. Ab 1809: Vogtei Schachen mit Alb
und Albert. 1852 Dorfbrand; 1880 Bau der Josefskapelle. Schachen gehort zur Pfarrei
Hochsal. Studingersteg durch die Albschlucht zur AlbtalstraBe bei Hohenfels.

Geographie:  Schachen liegt 480,2 m ü.d.M, zwischen der unteren Alb und dem Mühlebach. Das Dorf zählt mit dem Ortsteil Tiefenstein 560 Einwohner (1962). Die Gemarkungsfläche beträgt 570 ha. Schachen gehört zur Pfarrei Hochsal. Die 1880 erbaute Dorfkapelle ist dem hl. Josef geweiht.

Die Gemarkung Schachen wird von vier Wasserläufen durchflossen. Die Alb bildet auf 5 km Länge die östliche Gemarkungs- und gleichzeitig Kreisgrenze. Im Gewann Rumplisbach fließt der Bach gleichen Namens (Rumplisbach) aus der Gemarkung Niederwihl kommend in de Gemarkung Schachen ein. Im Gewann Albmatt mündet er in die Alb. Südlich Niederwihl entspringt das Hagenmattbächle. Im Gewann Kürze vereinigt es sich mit dem Riedbach, der südlich von Niederwihl seine Quelle hat. Nach ihrer Vereinigung verlieren die beiden Bäche ihre bisherigen Namen und werden Mühlebach genannt, der bei Hauenstein in den Rhein fließt.

Wappen: Grüner Schildfuß, darüber auf blauem Feld ein goldenes Ährenbündel mit gekreuzter Sense und Rechen, in der Mitte eine Gabel, womit der landschaftliche Charakter der Gemeinde betont wird.

Geschichte: Schachen, dessen Ortsname als “Landzunge” gedeutet wird, in welcher Form sich die Gemarkung zwischen dem Landhag und der Alb erstreckt, war infolge seiner günstigen Lage auf der Hochfläche zwischen Rhein und Albtal sicher schon in frühester Zeit besiedelt. Der Ort erscheint jedoch urkundlich erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts. 1315 (Falsch??? siehe Text oben)  wurde Schachen bei der Übergabe der Neuen Zelle (Ibach) an das Kloster St. Blasien mit einer jährlichen Abgabe von 1 Schiling in den Hof nach Görwihl angeführt. Als von den zum Gericht Görwihl gehörenden Freibauern gewählter Freirichter wurde um 1420 Hans Matter von Schachen in verschiedenen Urkunden angeführt. Bei den noch zu Anfang des 16. Jahrhunderts dreimal im Jahr abgehaltenen Freigerichten waren der Probst der Neuen Zelle und der vorderösterreichische Waldvogt anwesend.

In den Jahrhunderten der hauensteinischen Einungsverfassung hatte das der Einung Hochsal zugeteilte Schachen als Wahlort des Einungsmeisters besondere Bedeutung. Auf dem Einungsbühl, der sich nördlich der Gemeinde Schachen erstreckt, wurde alljährlich ám Georgitag (23.04.) der Einungsmeister von den stimmberechtigten Männern der zur Einung Hochsal gehörenden Orte Albert, Grunholz, Hauenstein, Hochsal, Luttingen, Rotzel und Stadenhausen gewählt. Zu der 1478 erwähnten Vogtei Schachen gehörte bis 1858 der nach dem ersten Weltkrieg zu Albbruck eingemeindete Ortsteil Alb.

Den Vertrag über die Ablösung der Leibeigenschaft, der 1738 zwischen dem Kloster St. Blasien und den Vertretern des Hauensteiner Landes mit dem Ziel abgeschlossen wurde, die Ursachen zu dem seit 1719 immer wieder aufflackernden Salpeteraufständen zu beseitigen, unterzeichnete mit anderen hauensteinischen Abgeordneten Joseph Maise von Schachen. Doch gerade der Abschluß dieses Vertrages und die neue Waldordnung waren Anlaß neuer Unruhen, die erst 1755 mit der Verbannung der Anführer und ihrer Familien nach Ungarn eine Ende nehmen.

Schachen ist seit alter Zeit nach Hochsal eingepfarrt. Nach einer Aufstellung des dortigen Pfarrherrn Friedolin Senn bezog er zu Ende des 17. Jahrhunderts von Schachen jedes Jahr durchschnittlich 16 Muth Kernen, 36 Muth Roggen und 39 Muth Hafer als Fruchtzehten.

Die beiden Weltkriege forderten von Schachen harte Opfer. So hatte die Gemeinde 1914/18 23 Gefallene und 1939/45 27 Gefallene und 11 Vermißte zu beklagen.

In den Jahren 1950-1960 wurden in der Gemeinde Schachen eine Reihe wichtiger Bauvorhaben ausgeführt. So erfolgte 1953 der Bau des neuen Schul- und Rathauses. Das alte Schul- und Rathaus, das vor über 100 Jahren errichtet worden war, wurde zu einem Mehrfamilienhaus umgebaut. 1955 wurde ein Feuerlöschgerätehaus errichtet und 1960 folgte die Errichtung einer Tiefgefrieranlage. Auch die Ortsstraßen wurden ausgebaut und verbessert und die Straßenbeleuchtung modernisiert und erweitert. Für die Gefallenen beider Weltkriege wurde 1962 ein würdiges Krieger-Ehrenmal errichtet.

 

Danke an Vogeti.